Berichte 2025

Unter dem Titel „Nur gemeinsam sind wir stark: Vielfalt des Ju-Jutsu erleben!“ versammelten sich vom 27. bis 29. Juni niedersächsische Ju-Jutsuka in Hannover, um gemeinsam das erste Landesseminar des NJJVs zu gestalten und zu erleben. Seit dem vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung vorbereitet und konnte in diesem Juni ihre Premiere im Sportleistungszentrum und der Jugendherberge Hannover feiern. Ziel war es, Ju-Jutsuka aus dem gesamten Land zusammenzubringen, Erfahrungen auszutauschen und thematische Einblicke in bisher unbekannte Aspekte des eigenen Ju-Jutsu zu ermöglichen. Hierfür stand den Teilnehmenden mit 25 Einheiten in Theorie und Praxis ein umfangreiches Programm zur Verfügung, aus dem sie frei wählen konnten.

Auftakt mit großer Motivation und hoher Ehrung

Bereits bei der Eröffnung am Freitagabend durch Sven Bullerdiek, VP-Jugend und Seminarleitung waren die meisten der 50 Teilnehmenden im Alter zwischen 12 und 71 Jahren des gesamten Wochenendes angereist und motiviert in die ersten Einheiten zu starten. Doch bevor es losgehen konnte, stand noch eine wichtige Ehrung auf dem Programm: Uwe Nettlau wurde für sein beständiges Engagement auf und neben der Matte mit dem 7. Dan Ju-Jutsu geehrt. In seiner Laudatio würdigte Niklas Martin, VP-Finanzen und langjähriger Weggefährte von Uwe dessen persönlichen Einsatz für den Sport und den Verband. Da auf ihn die Idee des Landesseminars zurückgeht wurde durch die Ehrungskommission des NJJVs die Ehrung zur Eröffnung dieses Events angestrebt und glückte.
Den sportlichen Auftakt gestalteten an diesem Abend die Referenten René Worien („Techniken mit Außenwirkung“), Willi Tacke („Füße ganz groß“) und Philipp Keil („Systematisch hebeln“). Ergänzend wurde durch Niklas Martin eine Theorieeinheit zum Thema „Ausbildungs- & Prüfungsprogramm: Unterschiede und Gemeinsamkeiten“ angeboten. Alle Einheiten legten die Messlatte für das kommende Wochenende hoch und konnten die Erwartungen der Teilnehmenden gut erfüllen und bildete für viele einen tollen Abschluss einer anstrengenden Arbeitswoche und den Beginn eines, vielleicht nicht weniger, anstrengenden Wochenendes mit viel Spaß und neuen Eindrücken.

Neuer Großmeistertitel mit Jubiläum

Der zweite Tag des Landesseminars startete mit der gemeinsamen Begrüßung aller Übernachtungsgäste und den extra für diesen Tag angereisten Tagesgäste. Doch auch hier wartete die nächste große Überraschung: Werner Thole wurde mit dem 8. Dan Ju-Jutsu geehrt. Laudator Willi Tacke, Präsident NJJV, verwies in seiner Laudatio auf die sportlichen und sportpolitischen Errungenschaften, die Werner in den vergangenen Jahrzenten erkämpfen konnte. Als Gründungspräsident des NJJVs hatte er elementaren Anteil an der Loslösung aus dem Niedersächsischen Judo Verband und gestaltete in den folgenden Jahrzehnten die Arbeit im NJJV als Präsident, VP-Breitensport und Direktor Behörden wegweisend mit. Doch dieser Tag war auch ein besonderes Jubiläum für Werner: auf den Tag genau vor 44 Jahren legte er seine Prüfung zum 1. Dan Ju-Jutsu ab. Nun ist Werner verdient der höchstgraduierteste aktive Ju-Jutsuka in Niedersachsen.

Vielfältiges Programm auf der Matte

Seinen neuen Gürtel konnte Werner im Anschluss direkt bei der Eröffnungs-Einheit des zweiten Lehrgangstages tragen. In dem ersten Einheiten-Slot wurde von ihm das Thema „Notwehr & Nothilfe“ als Mischung aus Theorie und Praxis angeboten. Daneben gab es von Patrik Haas („3-Punkte Ippon Part 1: Füße hoch“) und Carmen Moré (Abwehr von Stockangriffen“) sportliche Angebote im Bereich Atemi und Waffen für die insgesamt 70 Sporttreibenden. Der zweite Einheiten-Block am Vormittag wurde im Anschluss sportlich durch Julian Pegel aus dem J-Team („Ideen zum Einsteiger-Wettkampf: BJJ/Ne-Waza“) und Sophie Diekmann („Wunderwelt Hebeltechniken“) vielfältig ergänzt. Hinzu kamen zwei Einheiten im Seminarraum von Celina Lührs („Sicheres Umfeld. Starkes Team – Methoden zur Prävention sex. Gewalt im Sport“) und Jenny Grudnio („Soziale Medien gewinnbringend nutzen I: Ideen, Tipps & Tricks“), die das sportliche Angebot inhaltlich stark ergänzten und aktuelle Themen in der Vereins- und Verbandsarbeit aufgriffen.
Nach der verdienten Mittagspause und ein wenig Entspannung bei bestem Wetter ging es am frühen Nachmittag vielfältig weiter. Theo Pfingsten aus dem J-Team präsentierte das zweite Nachwuchs-Wettkampf-Konzept für Fighting, Jonas Klehr lud zu einer „Reise durch’s BJJ“ und Jenny Grudnio brachte die sozialen Medien auf die Matte. Daneben bot Jana Colditz eine Doppeleinheit bis zum Abendessen zum Thema „Neues aus der Prävention: Fit für die Fete & Spiking“ im Seminarraum der Jugendherberge an. Der Tagesabschluss wurde sportlich gestaltet von Stefan Matthießen („Protect your family“), Sven Bullerdiek („Spielerisch lernen: Budo-Spiele“) und Niklas Martin (Neue Wege; neue Möglichkeiten im Prüfungsprogramm 2023“) bevor alle Teilnehmenden erschöpft, aber glücklich zum Abendessen pilgerten.

Gemeinschaft und Austausch

Da die Halle am Abend nicht mehr zur Verfügung stand, wurde für alle Teilnehmenden ein besonderes Programm zum Tagesabschluss angeboten. Niklas Müller und Lia Jesgarz aus dem J-Team luden ein zum Spaziergang der besonderen Art. Passend zum Motto „Nur gemeinsam sind wir stark“ stand der Abend im Zeichen des Austauschs und erweiterten Kennenlernens. Nicht nur von neuen Aspekten des Sports, sondern auch Personen, mit denen man sonst wenig in Kontakt kommt. In mehreren Spielestationen auf dem Weg um den Sportpark am Maschsee in Hannover wurde geredet, gelacht und neue Bekanntschaften geknüpft. Nach der Rückkehr wurde dieses Miteinander im Seminarraum und den Außenanlagen der Jugendherbergen bei Snacks vom Grill und Pizza sowie kühlen Getränken bis in den späten Abend mit spannenden Gesprächen und einem intensiven Austausch weitergeführt.

Die Zukunft im Blick

Die Abschlusseinheiten am Sonntagvormittag brachten noch einmal spannende Konzepte und neue Blickwinkel auf die Matte. Zu Beginn luden Christoph Minkwitz („Otoshi – mehr als Fallen“) und Uwe Nettlau („Anwendungsformen in der Prüfung“) auf der Matte zu neuen Blickwinkeln auf bekannte Techniken ein, während Sven Bullerdiek im World Café fragte, „Was könnte das Ju-Jutsu der Zukunft sein?“. Im Anschluss beendeten Philipp Keil („Ringen meets Ju-Jutsu“) und René Worien (Gegentechniken & Weiterführung für alle Lebenslagen“) mit ihren Einheiten das erste Landesseminar des NJJVs.

Erinnerungen, die bleiben

Von den Teilnehmenden wurde ein positives Fazit des Seminars gezogen. Neben der inhaltlichen Vielfalt wurden die Möglichkeiten des Austauschs miteinander besonders hervorgehoben. Viele Sporttreibende berichteten, dass sie die Chance genutzt haben sich Einheiten anzuschauen, mit denen sie zuvor nur wenig Berührungspunkte hatten, wodurch sie nochmal neue Blickwinkel für ihr persönliches Ju-Jutsu entdecken konnten, die sie in Zukunft weiterverfolgen wollen. Ein weiteres Highlight war das Seminar-T-Shirt, welches alle Teilnehmenden als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten. Auch aus Sicht von Sven Bullerdiek als Seminarleitung war die Veranstaltung ein voller Erfolg und betonte, dass insbesondere das bunte Feld der Teilnehmenden von jung bis alt – von Anfänger:in bis Großmeister:in dieses Seminar zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.
Der Niedersächsische Ju-Jutsu Verband bedankt sich bei den Teilnehmenden für ihr Interesse und ihre Mitgestaltung des Seminars, den Referierenden für ihren Einsatz und beim Orga-Team um Luise und Niklas Martin sowie Sven Bullerdiek für die Vor- und Nachbereitung des ersten NJJV-Landesseminars.