Am 17. Januar fand in der Zentralen Polizeidirektion Hannover ein Notwehr- und Nothilfe-Lehrgang des NJJV statt. Insgesamt 16 Sportlerinnen und Sportler nahmen an der Veranstaltung teil, die von einem hochkarätigen Referententeam geleitet wurde: Werner Thole (8. Dan Ju-Jutsu, Direktor Behörden im NJJV) sowie Detlef Fels und Torsten Stielow (beide 5. Dan Ju-Jutsu).
Der Lehrgang begann mit einer fundierten theoretischen Einführung. Werner Thole vermittelte anschaulich die rechtlichen Grundlagen der Notwehr und des rechtfertigenden Notstands. Darüber hinaus ging er auf die Möglichkeiten der vorläufigen Festnahme nach dem sogenannten „Jedermannparagraphen“ (§ 127 StPO) ein und sorgte so für ein solides Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Nach einer kurzen Pause folgte das Aufwärmprogramm, das Detlef Fels gestaltete. Mit spielerischen Übungen wurden weniger die Muskeln als vielmehr die Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit gefordert. In kleinen Szenarien mussten die Teilnehmenden einschätzen, ob ihr Gegenüber eine freundliche oder bedrohliche Absicht hatte. Den Abschluss bildeten Bodenübungen, bei denen die Bewegungsformen und das sichere Aufstehen unter Eigensicherung wiederholt wurden.
Im Anschluss übernahm erneut Werner Thole und stellte praxisnahe, leicht umsetzbare Techniken vor, mit denen sich Gefahrensituationen entschärfen oder verlassen lassen. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf sogenannte „einschleichende Bewegungen“: Durch eine leichte Berührung am Arm wird ein taktiler Reiz gesetzt, der es ermöglicht, schneller und gezielter auf mögliche Angriffe zu reagieren. Ergänzend wurde erläutert, warum eine leicht seitliche Position gegenüber einem potenziellen Angreifer oft vorteilhafter ist als eine frontale Haltung.
Nach einer kurzen Trinkpause beleuchtete Torsten Stielow die physiologischen und psychologischen Hintergründe von Stress- und Gefahrensituationen. Abschließend zeigte Werner Thole noch einige Techniken, mit denen man als unbeteiligte dritte Person deeskalierend in eine Situation eingreifen kann.
Am Ende des Lehrgangs gingen alle Teilnehmenden mit vielen neuen Erkenntnissen und positiven Eindrücken nach Hause. Das durchweg sehr gute Feedback und der herzliche Applaus machten deutlich: Dieser Lehrgang war ein voller Erfolg.








