Werner Thole (li) und Norbert Töbermann (re) demonstrieren eine Technik

Am 17. November 2018 veranstaltete der Niedersächsische Ju-Jutsu Verband (NJJV) einen Landeslehrgang Technik bei der SG Schwarz-Weiß Oldenburg. Referenten waren Werner Thole, 7. Dan Ju-Jutsu und Norbert Töbermann, 5. Dan Ju-Jutsu und 1. Dan Kyusho Jitsu. Als Thema war die Abwehr von Kontaktangriffen bei gleichzeitigem Einsatz von Kyusho Jitsu Techniken ausgeschrieben. 

Das Kyusho Jitsu beschäftigt sich mit der Einbeziehung von Vitalpunkten des menschlichen Körpers bei der Selbstverteidigung. Als Vital- oder Nervendruckpunkte bezeichnet man die aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) stammenden klassischen Akupunktur- bzw. Akupressurpunkte. Sie werden eingesetzt, um Schmerzen oder andere Beschwerden zu lindern. Besonders auch in China als eine Methode der örtlichen Betäubung bei Operationen. Das Beeinflussen dieser Punkte kann also heilen, aber auch betäuben oder Teile des Körpers lähmen. Interessant also für die Selbstverteidigung, da Selbstverteidigungstechniken durch Druck oder Schlag auf Nervenpunkte erheblich an Wirksamkeit gewinnen können.

Das Aufwärmen übernahm Werner Thole mit Partnerübungen zur Förderung der Beweglich- und der Geschicklichkeit. Koordinierungsübungen von Hand und Fuß waren angesagt und dieses aus der Bewegung und mit ständig wechselnden Partnern. Das sah einfach aus, aber beim Probieren merkten die Ju-Jutsuka schnell, dass man sich beim Ablauf auch nur weniger Bewegungen erheblich konzentrieren und sich auf die Partnerin oder den Partner einstellen muss, damit man nicht durcheinander kommt.
Nach dem Aufwärmen begannen die beiden Referenten, verschiedene Befreiungstechniken aus Kontaktangriffen zu demonstrieren. Wert legte Werner Thole auf eine schnelle Erstreaktion wie ein Blockieren und Fixieren der Arme oder der Hände des Angreifers bei gleichzeitiger Bewegung des eigenen Körpers aus der Angriffsachse. Abschlusstechniken konnten sich dann die Übenden selbst erarbeiten.

Norberts Töbermanns Anteil war nun zu demonstrieren, wie die gezeigten Kombinationen durch das Bearbeiten von Nervendruckpunkten effektiver gestaltet werden können. Das führte zu verblüffenden Resultaten von einerseits einer sehr starken und andererseits einer kaum vorhandenen Reaktion. Er machte sehr deutlich, dass das Benutzen von Nervendruckpunkten nicht automatisch bei jedem einen Erfolg garantiert. Das Bearbeiten von Vitalpunkten kann, muss aber nicht zum Erfolg führen. So ist es wichtig, nicht auf einen Erfolg zu warten oder einzukalkulieren, sondern in der Verteidigungshandlung permanent fortzufahren. 

Gegen Ende des Lehrgangs zeigte Werner Thole dann noch eine Abwehr gegen Messerbedrohungen am Hals. Nicht mehr das klassische Wegdrücken des Armes des Angreifers bei gleichzeitiger Wegnahme des eigenen Kopfes war angesagt, sondern ein Fixieren der Waffenhand des Angreifers am eigenen Körper mit einer sofortigen Abschlusstechnik und Entwaffnung. Sehr effektiv und sehr praktikabel!

Die Zeit verging wie im Fluge und am Schluss waren sich die über 40 Anwesenden einig: ein Lehrgang, der wieder einmal deutlich gemacht hat, dass offensichtlich eher unscheinbare Techniken in Kombination große Wirkung entfalten können.

 

Medienteam NJJV

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 
Wir setzen - sehr sparsam - Cookies ein. Mit der Nutzung unserer Internetseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutz Ok Ablehnen