1.Schorsch Riebartsch Gedächtnislehrgang

118 Ju-Jutsuka beim Landeslehrgang in Scheeßel

Es sollte etwas Besonderes für „Schorsch“ werden und es wurde etwas Besonderes: Hintergrund des Landeslehrgangs war die Idee des Bezirks- und Landesvorstandes, für den verstorbenen Schorsch Riebartsch einen Gedächtnislehrgang zu konzipieren, der ab jetzt jedes Jahr an seiner Wirkungsstätte beim Turnverein Scheeßel angeboten werden soll. Zu seinen Ehren fand Anfang März 2018 der erste Gedächtnislehrgang statt, zu dem Sportlerinnen und Sportler aus ganz Niedersachsen anreisten – insgesamt waren 118 Aktive dabei und zusätzlich als Zuschauer auch viele alte Weggefährten von Schorsch Riebartsch, die aufgrund ihres Alters oder wegen Erkrankungen selbst nicht mehr aktiv mitmachen konnten.

Schorsch Riebartsch hat bereits seit Anfang der 70er Jahre das Ju-Jutsu nicht nur im Bezirk Lüneburg, sondern auch auf Landes- und Bundesebene entscheidend mitgeprägt. In Niedersachsen war er mehrere Jahrzehnte einer der wichtigsten Ansprechpartner für das Lehr- und Prüfungswesen. Am 13.03.17 ist Georg Riebartsch nach längerer Krankheit im Alter von 94 Jahren verstorben. Als Pionier des Ju-Jutsus verbleibt er in den Gedächtnissen der Ju-Jutsuka als überaus kompetenter und sympathischer Trainer, als immer sehr reger Funktionär und nicht zuletzt als guter Freund.

Nun aber zu den Lehrgangsinhalten: Als Referent war Stefan Matthießen aus Wolfsburg nach Scheeßel gekommen. Er ist Träger des 5. DAN JJ und Krav Maga Instructor. Um genau diese Verbindung zwischen den Sportarten sollte es inhaltlich in dem Lehrgang gehen: Selbstverteidigung für die Straße, um die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen Ju-Jutsu und Krav Maga aufzuzeigen. Ein Thema, das offensichtlich sehr interessierte, denn die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Im theoretischen Teil ging der Referent kurz auf die Herkunft, die geschichtliche Entwicklung und die Zielsetzung im Krav Maga als Selbstverteidigungssystem ein. Mit lockeren Aufwärmspielen mit Musik ging es sodann in den aktiven Teil des Lehrgangs. Gleichgewicht und Kraft musste hier in Einklang gebracht werden, ohne die eigene Stabilität zu verlieren. Druck- und Ziehübungen mit den Händen und gegen die Handflächen machte den Aktiven sehr viel Spaß. Dann wurden die Handpratzen und die großen Schlagpolster angelegt. Sinnvolle und schweißtreibende Übungen, die im weiteren Verlauf auch unter Stress und mit Störaktionen ausgeführt wurden, forderten einiges von den Aktiven. Bei den Schlagangriffen ging Stefan Matthießen nach der Abwehr des Angriffs auf die sofortige und unmittelbare Gegentechnik ein. Ein überaus wichtiges Kriterium der Selbstverteidigung, um dem Angreifer nicht „offen“ gegenüber zu stehen. Wie kann ich einen Würgeangriff abwehren? „Natürlich frühzeitig - bevor der Angreifer die Hände am Hals hat“, so der Referent. Aber wenn die Hände dann doch am Hals sind, muss nicht unbedingt das „Sprengen“ aus dem Prüfungsprogramm durchführt werden. Es gibt Alternativen - der Referent hat sie aufgezeigt. Die Übungsabläufe sollten im weiteren Verlauf unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden, in dem ein Ju-Jutsuka einen anderen auf dem Rücken trägt und dann die Übungen ausführt, so zu sagen als „Rucksack“. Ein Teilnehmer meinte: „Das macht sehr viel Spaß, aber ist auch richtig anstrengend. Sicherlich auch eine gute Idee für das Training zu Hause.“ Die Übungsabläufe und Angriffstechniken wurden immer wieder verändert, so dass zum Beispiel auch gegen „Schwitzkasten“ oder gegen Messerangriffe in der Nahdistanz geeignete Abwehrtechniken angeboten und geübt werden konnten.

Eine wichtige und eindeutige Gemeinsamkeit zwischen Ju-Jutsu und Krav Maga ist in der Ju-Jutsu-Prüfungsordnung unter dem Prüfungsfach 15 „Prinzipien der freien SV“ eindeutig beschrieben. Hier werden genau die Punkte aufgeführt, die auch im Krav Maga von Bedeutung sind: „Treffer bei Atemi- oder Waffenangriffen und zu langes Zögern bei Kontaktangriffen sind zu vermeiden. Bewertet wird angriffsgerechtes Verhalten, Übersicht, Raumeinteilung, Reaktion, erfolgreiche Abwehr von Angriffen durch wirkungsvolle Anwendung der Ju-Jutsu-Techniken sowie entsprechendes Eigensicherungsverhalten“.

Somit also eine erfreuliche und in der Zusammenfassung des Lehrgangsinhalts positive Darstellung, dass Ju-Jutsu und Krav Maga nicht weit voneinander entfernt sind.

Ein besonderer Dank gilt hier dem Ausrichter vom TV Scheeßel, Philipp Pfau mit seinem Team und dem Referenten, Stefan Matthießen, der es in seiner lockeren und kompetenten Art und Weise verstand, die vielen Ju-Jutsuka vier Stunden intensiv „unter Dampf“ zu halten.

 

Medienteam NJJV

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