Die Teilnehmer des Prüferlizenzverlängerungslehrganges im Februar 2018 in Einbeck

Der Einbecker Judo Club war Ausrichter des ersten Prüferlizenzverlängerungslehrgangs 2018 des NJJV unter Leitung von Uwe Nettlau und Roland Kabuß.

56 Ju-Jutsuka -zumeist hochrangige Danträger- reisten aus ganz Niedersachen an, um sich zu den neusten Erkenntnissen in Sachen „Ju-Jutsu Prüfungen“ zu informieren. Ziel des Lehrganges war es, einige Mythen und Fehlinformationen rund um das Prüfungsprogramm richtigzustellen. Nach einer lockereren Aufwärmeinheit von Roland Kabuß mit kleinen Spielchen zum Gleichgewichtsbruch und nachfolgenden Übergängen in Hebel- oder Wurfansätze, ging es direkt über in den technischen Teil.

Uwe Nettlau demonstrierte und erläuterte den methodischen Aufbau sowie die Schwerpunkte des 3er-Kontakts je Graduierung. Kurzgeschlagene Angriffe, Reaktion und Gegenreaktion sowie die Erzeugung eines „Flows“ sind hier die elementaren Bestandteile. Die nächste Einheit bestand darin, die Unterschiede von Schulterwurf und Schulterzug zu erarbeiten. Mit verschiedenen Griff- und Faßarten wurden die unterschiedlichen Schulterwürfe Seoi- Nage, Ippon-Seoi-Nage, Morote-Seoi-Nage und Eri-Seoi-Nage trainiert. Der Schulterzug Seoi- Otoshi hat als Unterschied zum Schulterwurf keine Phase des Aushebens. Der Partner wird in die Matte „gestürzt“. Mindestens ein Knie zeigt dabei zum Boden.

Mit dem Thema Nervendrucktechniken ging es sehr anschaulich weiter. Im NJJV wird das Thema sehr wörtlich genommen. In Prüfungen müssen die Nervenpunkte daher gedrückt oder gerieben werden, um die eigentliche Verteidigungshandlung
(z. B. Löse- oder Hebeltechnik) zu unterstützen. In diesem Lehrgang wurden die Nervenpunkte am Handgelenk, der Kehlkopfgrube oder am Mundwinkel genutzt, um den Griff zu lösen oder einen Genickhebel zu unterstützen.

In der letzten Einheit „Verteidigung gegen Waffen“ forderte Uwe Nettlau von den Prüfern sowie den Trainern die Beachtung der Distanz bei den Stockangriffen vehement ein. Des Weiteren ist die Verteidigung gegen Stockangriffe im Prüfungsprogramm ebenfalls methodisch aufgebaut. Die Kontrolle des waffenführendes Arms ist in jeder Graduierung ein wesentlicher Bestandteil, die durch den Prüfling zwingend zu erfüllen ist. Eine sehr anschauliche Übungsform wartete zum Ende des Lehrgangs auf die Sportlerinnen und Sportler. Der Referent hatte leere 0,33-Liter-Plastikflaschen als Trainingsgerät mitgebracht. Messerangriffe in der Realität unterscheiden sich von denen, die wir aus dem Prüfungsprogramm kennen. Und so wurde mit sehr hohem Engagement die Abwehr gegen den mehrfachen Messerstich von unten in den Bauch trainiert.

„Wenn es knistert, dann bist Du getroffen!“, war Uwe Nettlaus Hinweis. Viele „Schnörkeltechniken“ helfen bei der Verteidigung in realen Situationen auf der Straße wenig. Einfache, harte und direkte Verteidigungen sollten daher auch im Training und für die Prüfung berücksichtigt werden. Mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beendeten die beiden Referenten diesen Prüferlizenzverlängerungslehrgang.

Vielen Dank an den Ausrichter Hans Radke aus Einbeck und die Trainingspartner Marco Gritzan, Dieter Krems und Stefan Matthießen, die mit Ihrem Knowhow die Einheiten ergänzten und unterstützten.

 

Medienteam NJJV

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