5. Bezirksseminar des Bezirksfachverbandes Braunschweig

Geschrieben von Jörg Apel, 4. Kyu
(mit kleinen redaktionellen Änderungen vom Medienteam des NJJV)

„Am 04.08.2017 war es wieder soweit, der NJJV-BFV Braunschweig hatte zum 5. Bezirksseminar in Sankt Andreasberg (Harz) geladen. Nachdem ich bereits im Jahr 2013 am 1. Bezirksseminar teilgenommen hatte, das mir sehr gut gefallen hatte, freute ich mich nach einer längeren Phase der Abstinenz wieder auf ein lehrreiches Ju-Jutsu-Wochenende.

Ich machte also zeitig Feierabend, holte einen Vereinskameraden ab und machte mich auf den Weg zum ehemaligen Schullandheim Mindener Hütte, jetzt Jangstel Inn. 30 Ju-Jutsukas, darunter 4 junge Familien mit ihren Kindern, hatten sich entschlossen, am Veranstaltungsort im Harz zu übernachten und so das angebotene Programm maximal zu nutzen.

Nach dem Abendessen war dann um 19:30 Uhr der Moment gekommen, auf den wir alle gewartet hatten: Das Bezirksseminar wurde offiziell eröffnet. Mit der Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den Präsidenten des NJJV, Hans Radke und dem Vorsitzenden des Bezirksfachverbandes Braunschweig, Karl Teusch wurde die erste Trainingseinheit eingeläutet.

Auf dem Programm von Karl Teusch standen Haltetechniken am Arm, die in diversen Kombinationen und Weiterführungen geübt wurden. Ziel war es, einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten zu erlangen, die uns das Ju-Jutsu aus einer einzigen Ausgangsposition bietet. Anschließend bot uns Uwe Nettlau, Lehr- und Prüfreferent im Bezirk Braunschweig an, das Sportabzeichen Ju-Jutsu abzulegen. Obwohl dieses Angebot freiwillig war, machten alle Ju-Jutsuka mit und konnten sich am Ende erfolgreich über eine entsprechende Urkunde freuen. Damit endete der erste Tag, den wir im Hallenbad des Hauses, an der Tischtennisplatte, am Kicker, beim Dart oder in gemütlicher Runde beim Plausch ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen ging es weiter mit Weiterführungs- und Gegentechniken. Die Referenten Uwe Nettlau und Stefan Matthießen begrüßten neben den Übernachtungsgästen weitere Gäste, die für den Samstag angereist waren. Nach einer kurzen Erläuterung, was eine Weiterführungs- bzw. Gegentechnik ausmacht, hatten wir Gelegenheit, selbst kreativ zu werden und in kleinen Gruppen zu einem vorgegebenen Angriff entsprechende Techniken zu erarbeiten. Es war beeindruckend, welche Technikvielfalt und Kombinationsmöglichkeiten sich ergaben. Nach einer kurzen Mittagspause ging es am Nachmittag weiter mit einem Bundeslehrgang zum Thema „Nervendrucktechniken“. Werner Aßfalg, 4. Dan Jiu-Jitsu / 1. Dan Kyushu-Jitsu zeigte uns verschiedene Vitalpunkte, wie diese angesprochen werden und welche Wirkung dabei erzielt werden kann. Ob hinter dem Ohr, am Ellenbogen, Rücken, Brust, Schienbein oder Wade entdeckten wir scheinbar an jeder Körperstelle einen Punkt, der durch Druck, Reiben oder Schlagen aktiviert werden kann. Am Ende dieser Trainingseinheit waren wir zwar konditionell noch fit, die andauernde Reizung der Vitalpunkte zeigte aber seine Wirkung und ließ uns dann doch aufatmen. Mit dem Versprechen von Werner Aßfalg, die Schmerzen würden am nächsten Tag verblassen, freuten wir uns nun auf das Abendessen, bei dem natürlich über die Techniken des Tages philosophiert wurde.

Parallel zu den technischen Lehrgangsangeboten fanden am Freitagabend und am Samstagvormittag unter der Leitung von Frauke Schlichting (NJJV-Direktorin Zielgruppen) und Andreas Woyth eine Fortbildung für Kursleiter-Frauen-SV und ein Landeslehrgang „Gewaltprävention – Fit für die Fete“ statt. Ebenfalls am Samstag und Sonntagvormittag stand unter der Leitung des NJJV-Direktors „Lehre“ Thomas Müller die Trainer-Fortbildung für die Lizenzstufen C – B – und A auf dem Programm. In Absprache mit dem DJJV konnten alle Unterrichts- und Trainingseinheiten des Bezirksseminars für die Verlängerung der Lizenzen genutzt werden.

Der letzte Tag des Bezirksseminars begann dann mit der Qual der Wahl: Zur Auswahl standen Trainingseinheiten im Brazilian Jiu-Jitsu/Newaza und Situationstrainings. Nach längerem hin- und her entschied ich mich für das Situationstraining, schließlich hatte ich bislang noch an keinem solchen Training teilgenommen und war gespannt, was auf mich zukommen würde. Die Truppe teilte sich also in zwei Lager auf: Während die Teilnehmer des BJJ/Newaza-Trainings mit dem Referenten Mourad Benabdallah in der Sporthalle verblieben, fand das Situationstraining an verschiedenen Orten der Liegenschaft statt.

Der Referent Manfred Grabinski, 5. Dan JJ und Ausbilder bei der Justiz skizzierte uns einige Gefahrensituationen aus der Realität. Diese Situationen spielten wir durch, indem einige von uns als „Schauspieler“ eine Gefahrensituation darstellten und die anderen mit der Gefahrensituation konfrontierten. Dabei ging es darum, Stresssituationen zu erleben und diese nach Möglichkeit verbal zu deeskalieren oder mit Ju-Jutsu-Techniken den Aggressor festzusetzen. Dies gelang uns je nach Situation unterschiedlich gut. So waren wir alle überrascht, als bei einem nachgestellten Beziehungsstreit plötzlich ein Messer gezogen wurde. Wir mussten feststellen, dass Ju-Jutsu-Techniken in einer Stresssituation nicht immer so gelingen wie auf der Matte.

Damit ging das 5. Braunschweiger Bezirksseminar mit großem Applaus zu Ende. Hinter uns lag nicht nur ein interessantes und lehrreiches Ju-Jutsu-Wochenende, in dem wir viele neue Techniken erlernt hatten und für das heimische Training mitnahmen. Wir hatten auch die wunderschöne Harzer Natur und die Freizeit-und Sportangebote des Schullandheims Jangstel Inn genossen. Das Bezirksseminar ist also nur zu empfehlen.

So freue ich mich bereits auf das nächste Bezirksseminar und möchte mich bei allen Trainern und bei der Organisation bedanken, dass uns über 120 Teilnehmern so ein grandioses Programm geboten wurde.“

 

Medienteam NJJV

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