Am 20. Juni fand beim TSV Winsen/Luhe ein Bundeslehrgang mit Enno Häberlein (6. Dan Ju-Jutsu) statt. Rund 20 Ju-Jutsuka nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Hebeln, Würfen und deren Weiterführungen auseinanderzusetzen.
Zum Aufwärmen startete Enno mit verschiedenen „Abklatsch-Kombinationen“, bevor er ausgehend vom Dreierkontakt Schritt für Schritt eine Technikreihe aufbaute, die mit einem Armbeugehebel begann.
Anschließend folgte eine kurze Einführung in die Bewegungslehre. Die zentrale Regel lautete: „Da, wo der Kopf hingeht, folgt der Körper.“ Anhand eines Genickbeugehebels und eines Kopfzuges demonstrierte Enno dieses Prinzip eindrucksvoll. Die Teilnehmenden konnten die Wirkung unmittelbar selbst erfahren. Beide Techniken basieren auf demselben Bewegungsprinzip, unterscheiden sich jedoch in der Position von Tori. Abgerundet wurde die Sequenz durch eine Würgetechnik.
Besonders geschätzt wurde Ennos Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu vermitteln. So erklärte er die Funktionsweise von Würfen anhand der sogenannten Unterstützungsfläche – also der Fläche, die durch die Standposition der Füße begrenzt wird. Verlässt der Körperschwerpunkt diese Fläche, etwa durch Ausheben, Blockieren oder Wegschlagen eines Beines, gerät der Körper aus dem Gleichgewicht und ein Wurf wird möglich.
Im weiteren Verlauf des Lehrgangs wurde ein Handbeugehebel in einen Armbeugehebel überführt. Daraus entwickelte sich zunächst ein Beindurchzug, der später durch einen Beinrollwurf ersetzt wurde.
Am Ende des dreistündigen Lehrgangs stand eine anspruchsvolle Technikkombination aus Dreierkontakt, Handbeugehebel, Armbeugehebel, Beinrollwurf und Beinstreckhebel. Die hochsommerlichen Temperaturen forderten den Teilnehmenden dabei einiges ab. Dennoch waren sich alle einig: Wer die zugrunde liegenden Prinzipien versteht, kann Techniken nicht nur ausführen, sondern auch flexibel weiterentwickeln und miteinander verbinden.





















