Kontaktmanagement im Ju-Jutsu

Den Themenbereich „Kontaktmanagement im Ju-Jutsu“ vermittelte Gunther Schurtz aus Dresden auf dem Bundeslehrgang am 9. und 10. September 2017 im Sportzentrum des TSV Winsen an der Luhe. Keiner der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte sich bisher mit diesem Thema beschäftigt oder je davon gehört. Die AG-Selbstverteidigung hat es jedoch im Lehrprogramm. Nach der Begrüßungsrunde ging es sofort los: Kopf an Kopf (wie Steinböcke im Kampf) wurde die erste und zugleich ziemlich anstrengende Aufgabe war genommen. Nach dem Motto: „Jeder Mensch, ob als Angreifer oder Verteidiger, ist eine potenzielle Waffe.“

 Mit der Abwehr scharfkantiger Gegenstände, wie z.B. dem Messer, ging es weiter: Ein Neutralisieren der Waffenhand an der Körperseite in Verbindung mit Kniestößen und Schulterbelastung, danach das Verbringen in die Bodenlage und die Entwaffnung waren durch einen methodischen Aufbau im Detail nachvollziehbar. Auch hartes zu Boden bringen des Kontrahenten auf den Hallenfußboden sowie die Zuhilfenahme von Schlagtechniken wurden praktiziert. Nach der Pause ging es weiter mit der Annahme und Abwehr von mehrfachen Messerangriffen.
Der zweite Tag begann mit einer kurzen Wiederholung. Eine neue Aufgabe lautete „Griffkontakt zum Kopf“. Eine Angriffsart, die unbedingt trainiert werden sollte, da diese in der Realität wiederholt vorkommen kann. Schutzfunktionen waren ein weiteres Thema. Erste Vorübungen, um den Trainingspartner herumgehen, um eine Entspannungssituation hervorzurufen (defens position).

Aus der dynamischen Situation wurden drei Varianten trainiert, das
- Passieren lassen des Entgegenkommenden unter Beobachtung (z.B. auf dem Gehweg)

-  das Weg abschneiden des Entgegenkommenden als Zufall oder durch gezielte Provokation

- das „Verfolgen“ eines Passanten aus vielerlei Gründen (z.B. nach der Uhrzeit fragen, Geld wechseln oder nach dem Weg fragen).

Danach wurde die passive Angriffslage durch einen Aggressor contra zwei Passanten verschärft. Wobei der eine, dominante Passant versucht, seinen Partner vor dem Aggressor zu sichern und zu schützen, durch Anfassen und Führen Richtungswechsel vorzugeben. Eine für alle Ju-Jutsukas sehr interessante Praxiserfahrung. Als Abschluss hieß es, sich ohne Gewaltanwendung für zwei Minuten durch verbale Verteidigung gegen zwei Aggressoren zu behaupten, z. B. durch Bewegungsformen und Abweisungen (laute Sprache).

Als Resümee ein Lehrgang, der nicht nur der Selbstverteidigung diente, sondern Verhaltensweisen der Menschen untereinander deutlich wieder spiegelte.

 

Medienteam NJJV

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